Blutwerte PDF Drucken E-Mail

Blutzucker

Allgemeines

Bild vergrößern Die Bestimmung des Blutzuckerspiegels ist nicht schwer. Dazu ist nur ein winziger Tropfen Kapillarblut, der meistens aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen entnommen wird, notwendig. Diese Methode wird mit elektronischen Messgeräten vorgenommen. Sie ist sehr einfach und wird von Diabetikern zur Selbstkontrolle angewandt. Der kleine Blutstropfen wird auf einen Glukosemessstreifen gegeben, der dann in das Gerät gelegt wird. Das Gerät zeigt dann den Wert an.

Da die Nahrungsaufnahme den Blutzuckerspiegel stark beeinflusst, sollte der Blutzuckerspiegel nüchtern (12 Stunden nach der letzten Mahlzeit) gemessen werden. Der zeitliche Abstand zur letzten Mahlzeit ist sehr wichtig. Bei kohlenhydratreichem Essen, z. B. Nudeln, können Blutzuckerwerte bis zu 220 mg/dl gefunden werden. Trotzdem ist der Betreffende nicht zuckerkrank.

Werte
Der normale Blutzuckerwert (nüchtern) liegt zwischen 60 - 100 mg/dl. Nach dem Essen steigt der Wert üblicherweise bis 140 mg/dl an. Übersteigt der Wert die Grenze von 180 mg/dl, schaffen es die Nieren nicht mehr, sämtliche Glukose auszufiltern und Glukose wird auch im Urin nachweisbar (Glukosurie). Die Nierenschwelle kann persönlich unterschiedlich sein. Um eine aussagefähige Kontrolle möglich zu machen, muss erst die persönliche Nierenschwelle ermittelt werden.

Maßnahmen
Wichtig ist, dass bei einem erhöhten Blutzuckerwert die Messungen mehrfach wiederholt werden. Das sollte möglichst zu unterschiedlichen Tageszeiten geschehen. Die gemessenen Werte werden in einem Diabetikertagebuch dokumentiert, um nach Möglichkeit die Entwicklung des Blutzuckers einen Tag und über eine Woche festzustellen

Ketone

Wenn die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genug Insulin produziert, dann kann Ihr Körper Zucker nicht verwerten. Daher wird er versuchen, zur Energieerzeugung Fett zu verbrennen. Verbrennt Ihre Leber Fett zu schnell, dann erzeugt sie giftige Abfallstoffe, die so genannten Ketone. Diese Ketone sind gefährlich, weil sie das Blut sauer machen. Wenn die Ketone Ihre Nieren erreichen, dann fließen auch einige von ihnen zusammen mit dem Zucker in den Urin. Mit einfachen Teststreifen kann man die Ketone im Urin nachweisen.

Cholesterin

Allgemeines
Cholesterin ist ein wichtiger Bestandteil der Blutfette.
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die ausschließlich in tierischen und menschlichen Geweben vorkommt. Es erfüllt als Baustein der Zellen, als Bestandteil von Hormonen, als Grundstoff der Gallensäuren sowie als Vorstufe von Vitamin D wichtige Aufgaben. Der Körper kann Cholesterin auch selbst herstellen.

Cholesterin als fettähnliche Substanz ist nicht wasserlöslich und wird daher im Blut an Trägereiweiße (Lipoproteine) gebunden, um transportiert werden zu können. Man unterscheidet dabei als wichtigste "Transportmittel" Lipoproteine mit geringer Dichte (low density lipoproteins = LDL) und großer Dichte (high density lipoproteins = HDL)

Der größte Anteil des Cholesterins im Blut ist an LDL gebunden. Die LDL-Fraktion bringt das Cholesterin zu den Zellen, in denen es benötigt wird. Die HDL-Fraktion transportiert das Cholesterin, das nicht mehr benötigt wird, von den Zellen zur Leber. Dort wird es zu Gallensäuren umgebaut und mit der Gallenflüssigkeit über den Darm ausgeschieden. Die HDL "entsorgen" also überflüssiges Cholesterin

Werte
Als günstiger Normalwert gelten maximal 200 Milligramm Gesamtcholesterin pro Deziliter Blut (mg/dl).

Für das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist es jedoch von Bedeutung, um welche Anteile des Cholesterins es sich handelt. Man unterscheidet dabei das "gute" HDL-Cholesterin mit einer schützenden Wirkung auf die Blutgefäße und das "schlechte", gefäßschädigende LDL-Cholesterin. Als günstig wird angesehen, wenn der HDL-Cholesterin-Spiegel über 45 mg/dl, der LDL-Cholesterin-Spiegel unter 130 mg/dl liegt.

Maßnahmen
Bei Übergewicht sind erhöhte Cholesterinwerte doppelt so häufig wie bei Normalgewichtigen. Gelingt es, das Körpergewicht zu normalisieren, sinkt meist der Gehalt an LDL-Cholesterin, die Konzentration an schützendem HDL-Cholesterin dagegen steigt an. Mit der richtigen Ernährung erreicht man schon sehr viel! Darüber hinaus wirkt sich regelmäßige körperliche Aktivität günstig auf den HDL-Gehalt aus. Vor allem Ausdauersportarten wie Laufen, Schwimmen, Radfahren, aber auch zügiges Gehen oder Wandern sind effektvoll.

Triglyceride

Die Triglyceride sind ein Gemisch aus hunderten unterschiedlichen Kombinationen des Fettmoleküls Glycerin und Fettsäuren. Sie dienen den Zellen als Brennstoff für die Energiegewinnung.
Ein Teil von ihnen wird vom Organismus selbst gebildet. Die höheren ungesättigten Fettsäuren müssen allerdings mit der Nahrung aufgenommen werden.

Werte
Die Normalwerte liegen zwischen 35 und 180 mg/dl.
Die Bestimmung der Triglyceride dient zur Früherkennung von genetisch bedingten Fettstoffwechselstörungen. Ist dieser Wert zu hoch, ist immer eine Überprüfung der anderen Blutfettwerte (Cholesterin) erforderlich.

Harnsäure

Harnsäure hat nichts mit Harn - also Urin - im engeren Sinne zu tun. Harnsäure ist das Endprodukt, das entsteht wenn, menschliche, tierische oder pflanzliche Zellen abgebaut werden. Dieses Endprodukt des Abbaus, die Harnsäure, wird allerdings über den Harn ausgeschieden.

Harnsäure entsteht also einmal beim Abbau von menschlichen Zellen im Rahmen der ständigen Erneuerung der Organe. Dies ist die körpereigene Produktion von Harnsäure. Darüber hinaus entsteht Harnsäure auch beim Abbau von außen zugeführter tierischer oder pflanzlicher Zellen, also der Nahrung.

Werte
Verantwortlich für die Höhe des Harnsäurespiegels ist die körpereigene Produktion (ca. 350 mg/Tag), die durch die Nahrung bedingte Menge (ca. 450 mg/Tag) und die Fähigkeit des Körpers Harnsäure auszuscheiden.
Erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blut führen langfristig zum Krankheitsbild der Gicht.

Normalwerte bei Männern: 3,5 - 7,1

Normalwerte bei Frauen: 2,5 - 5,9

Der häufigste Anlass zur Bestimmung der Harnsäure ist die Vermutung, dass Gelenkschmerzen (vorwiegend im Großzehengrundgelenk) auf eine Gichtattacke zurückzuführen sind. Weitere Folgen eines zu hohen Harnsäurespiegels sind u.a. Nierensteine.

Wie bestimmen wir Ihre Werte?

Für die Messung benötigen wir nur eine kleine Menge Blut aus der Fingerkuppe. Das Blut wird auf einen Teststreifen aufgetragen und mit einem speziellen Gerät ausgewertet. Die Messung dauert ca. 5 Minuten. Im Anschluss werden die Ergebnisse gemeinsam besprochen.

Überblick über die Normalwerte der Blutuntersuchung:

Blutzucker (nüchtern): 60 - 110 mg/dl normal
Ketone: 0,2 - 2,8 mg/dl normal
2,8 - 15,5 mg/dl erhöhtes Risiko
über 15,5 mg/dl akute Gefahr
Cholesterin (gesamt): unter 200 mg/dl optimal
200 - 240 mg/dl Grenzwert
über 240 mg/dl erhöhtes Risiko
Cholesterin (HDL): über 60 mg/dl optimal
35 - 60 mg/dl normal
unter 35 mg/dl erhöhtes Risiko
Cholesterin (LDL): unter 130 mg/dl optimal
130 - 160 mg/dl Grenzwert
über 160 mg/dl erhöhtes Risiko
Triglyceride: unter 150 mg/dl normal
150 - 200 mg/dl Grenzwert
über 200 mg/dl erhöhtes Risiko
Harnsäure (nüchtern): 2,5 - 5,9 mg/dl normal (Frauen)
3,5 - 7,1 mg/dl normal (Männer)

 
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